Safiental – ein ziemlich unbekanntes Tal in Graubünden

 

 Bergturnfahrt des Sportvereins Bergdietikon
vom 7./8. September 13

 

 Die Wetterprognosen waren vielversprechend, am Samstag Sonnenschein und am Sonntag eher wechselhaft.

 

Die Mehrheit der Teilnehmer war noch nie im vom Tourismus etwas verschonten wunderschönen Safiental, und so machten wir uns auf Richtung Chur.

 

Die Mountainbiker nahmen ihre Velos am Bahnhof in Chur in Empfang und stürzten sich in das Outfit. Die Wanderer setzten die Reise mit der Rhätischen Bahn und dem Postauto bis Safien-Platz fort.

 

Die Sonne lachte uns entgegen und die Berggipfel erstrahlten in ihrem Glanz.

 

Die Biker hatten zuerst eine flache Aufwärmstrecke von Chur nach Bonaduz und dann ging es zügig bergauf. Noch bevor wir die erste Bergpreiswertung in Angriff nahmen, verpflegten wir uns auf einer wunderschönen Bergwiese umrahmt von prächtigen Tannen. Dann hiess es wieder in den Sattel steigen und bergwärts pedalen. Es ging auf und ab, über schöne Bergwiesen, in recht steile Tobel und auch durch idyllisch wirkende Naturtunnels. An einem tiefblau schimmernden See entlang kamen wir zurück auf die Strasse Richtung Safien-Platz.

 

Vor dem 6 km langen Aufstieg nach Safien-Thalkirch stärkten wir uns noch mit Eiskaffee und Sahne. Schon 50 km in den Beinen hatten einige noch zu beissen und trafen etwas müde und abgekämpft im Turrahus, unserem Nachtquartier, in Safien-Thalkirch, ein. Die Wanderer hatten schon einige Drinks genehmigt und waren im Gegensatz zu uns recht frisch.

 

Von Safien-Platz nahmen sie den steilen Aufstieg nach Camana in Angriff und bewunderten das Tal von einer gewissen Höhe aus. Durch einen Paradies ähnlichen Wald streiften sie den Weiden der Alpen entlang und genossen die herbstliche Wärme der Sonne. Um die Mittagszeit lagerten sie und verpflegten sich aus dem Rucksack. Nach ca. 4 Stunden Wanderzeit erreichten sie das Gasthaus Turrahus.

 

Nachdem jeder seine eigene Matratze gefunden hatte, stellten wir uns in die Reihe um in die langersehnte Dusche zu gelangen. Männlein und Weiblein hatten nur je eine Dusche auf ungefähr 50 Leute. Das Duschen ging jedenfalls sehr zügig voran, denn immer warteten wieder 3-5 Nackte hinter einem.

 

Frisch geduscht, mit Parfüm besprüht und mit Crème eingesalbt trafen wir uns im Restaurant. Der frische Salat mundete köstlich und der anschliessende Hauptgang mit Rahmschnitzel, Nudeln und Gemüse war ausgezeichnet. Natürlich gehörte auch ein Glas Wein und ein Dessert dazu.

 

Der Abend war recht gemütlich und der obligatorische Schnupf durfte nicht fehlen. Einige genehmigten sich noch ein paar „Grosse“, doch bald war der letzte im Schlafsack verschwunden. Ein grosses Handicap war die nächtliche Visite auf der Toilette, den die Treppe hinunter zum WC war recht heimtückisch und für grosse Gestalten nicht geeignet. Die Nacht war trotzdem recht ruhig und die Motorsägen heulten eher leise.

 

Die auffrischenden Winde und der Verdacht auf Regen weckte einige etwas früher und es verhiess nichts Gutes.

 

Trotzdem stürzte man sich in den Wander- und Bikedress und hoffte, dass es nach dem Morgenessen etwas aufhellte. Die Hoffnungen zerschlugen sich jedoch bald und die Wanderer entschlossen sich den Glaspass auszulassen und mit Postauto und Zug via Thusis nach Scharans zu fahren. Dort nahmen sie dann noch die restlichen Kilometer nach Almens unter die Füsse.

 

Die Biker liessen sich vom schlechten Wetter die Laune nicht verderben und radelten das Safientahl hinaus. Über Bonaduz, Rhäzüns und einem recht steilen Aufstieg bei Rothenbrunnen und Rodels erreichten auch sie die Scheune von Familie Salzgeber-Grossen, wo alle das Mittagessen einnahmen. Die Kleider waren durchtränkt und verdreckt von der Naturstrasse von Safien-Thalkirch nach Safien-Platz. Nun hatte man die Gelegenheit die Tenues zu wechseln, eine Führung durch den neuen Stall zu machen und trocken an den gedeckten Tisch zu sitzen. Es gab saftige Rinds- und Schweinsplätzli und ein paar köstliche Salate mit Brot dazu. Zum Dessert wurde noch eine selbstgemachte Torte serviert.

 

Frisch gestärkt nahmen die Wanderer die Strecke von Almens nach Rothenbrunnen unter die Füsse, kamen jedoch zu spät beim Bahnhof an und mussten via Thusis nach Chur fahren. Am Sonntag lernten die Wanderer das Netz der Rhätischen Bahn und der bündnerischen Post recht gut näher kennen!

 

Die Biker wagten sich noch an die letzte Etappe und erfreuten sich am wunderschönen Polaweg von Rothenbrunnen nach Chur. Kaum in Chur angekommen begann es wieder stark zu regnen. Die Zweiräder wurden in einen Lieferwagen verladen und vor der Abfahrt nach Bergdietikon besuchten wir noch ein angeschriebenes Haus in der Nähe des Bahnhofes, wie sollte es anders sein im Kanton Graubünden, das Restaurant hiess Steinbock.

 

Müde aber zufrieden und glücklich, auch wenn das Wetter am Sonntag nicht so richtig mitmachte, erreichten wir den Bahnhof Dietikon.

 

Die Bergturnfahrt 2013 gehörte schon wieder der Vergangenheit an.